Frau im orangen Blazer bei einem Business-Termin

„Kleider machen Leute", das wissen wir nicht erst seit dem Bonmot von Mark Twain. Das richtige Auftreten, und dazu gehören in nicht unwesentlichem Maß auch Kleidung, Stil und Farbwahl, ist ein Türöffner.

Ganz gleich, ob jemand erst am Beginn der Karriere steht oder es bereits in die Führungsetage geschafft hat: im Berufsleben ist ein angemessener, gepflegter Dresscode immer wichtig. Wir haben daher mit einer Expertin gesprochen. Farb- und Stilberaterin Claudia Schober weiß, wie Farbe und Stil die Wirkung eines Menschen verändern können, gerade wenn es um Business-Kleidung geht.

Ihre Kund:innen sind längst nicht nur Frauen: „So ziemlich genau halb-halb, also zur Hälfte Frauen, zur Hälfte Männer", beschreibt Schober das Geschlechterverhältnis ihrer Klientel. Bereits seit 1996 arbeitet sie als Farb- und Stilberaterin und hat in dieser Zeit Politikerinnen und Politiker beraten, ebenso wie Prominente und Führungskräfte aus dem Management.

Individuelle Note trotz strenger Dresscode-Regeln

„International ist der Dresscode in der Führungsebene sehr ähnlich", so Schober. „Doch es muss nicht immer alles ganz streng gehandhabt werden. Wir sind alle nur Menschen und wir möchten unsere Persönlichkeit zeigen. Beim richtigen Dresscode gibt es Faustregeln, die jedoch mit einem persönlichen Twist aufgelockert werden können." Oft gebe es keine pauschale Antwort. Diese sei abhängig von Thema und Ziel, vom Unternehmen, der Position und natürlich der Persönlichkeit.

Wirkung von Kleidung im Business

Je nach Position und Beruf hat Schober unterschiedliche Kleiderhierarchien für Damen und Herren entwickelt. Die Wahl des Outfits ist nicht nur eine Frage der eigenen Generation, sondern sollte auch darauf bezogen werden, mit wem an diesem Tag ein Zusammentreffen geplant ist.

Es geht letztendlich immer um die Frage: Wie will ich auf mein Gegenüber wirken?

Tipps fürs Business

Nach wie vor gibt es Branchen, die mehr Wert auf eine formelle Kleiderordnung legen. Von Rechtsanwält:innen, Banker:innen und Manager:innen der oberen Führungsetagen wird erwartet, dass sie Seriosität ausstrahlen.

Faustregeln fürs Business-Outfit

  • 2-Schichten-Prinzip. Bluse bzw. Top und Blazer in Kombination strahlen Status aus, für Frauen wie für Männer.
  • Seriosität bei formellen Branchen. Krawatte und Langarmhemd statt an die Freizeit erinnernde Kurzarm-Hemden.
  • Kompetenz nicht verschenken. Zu weibliche Attribute wie offen getragene lange Haare oder zu enge, tief ausgeschnittene Tops schwächen die wahrgenommene fachliche Kompetenz.

Dresscode fürs Bewerbungsgespräch

Eine ordentliche, dem Unternehmen, der Branche und der Position angepasste Kleidung ist beim Vorstellungsgespräch eine der Grundvoraussetzungen, um weiterhin für eine Stelle in Betracht gezogen zu werden.

Fürs Vorstellungsgespräch

  • Passend zum Umfeld. Kleidung an Unternehmen, Branche und Position anpassen.
  • Im Zweifel nachfragen. „Wer diesbezüglich unsicher ist, sollte sich vorab erkundigen", rät Schober.
  • Dezenz mit Ausnahme. Ein gewisses Maß an Dezenz bei Kleidung und Make-up, aber ruhig das gewisse Extra, um in Erinnerung zu bleiben: eine besondere Uhr, ein Schmuckstück, eine Tasche oder ein asymmetrisches Top.

Business-Kleidung leicht gemacht

Rund eineinhalb Stunden dauert eine persönliche Farbberatung. Bei Berufseinsteiger:innen fällt sie grundlegender aus, ab 35 geht es eher um ein „Feintuning". Wer eine berufliche Veränderung erlebt, etwa vom IT- in den Sales-Bereich, sollte auch das Styling entsprechend heben. Gerade Führungskräften erleichtert die farbliche Abstimmung des Kleiderschranks das passende Auftreten im Business-Kontext.

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Catharina Fink · Hill Woltron
Hill Woltron.